Geheimdienst, Politik & Medien

  • Erich Schmidt-Eenboom
  • 0040002
  • gebunden, 400 S.
  • Neu
  • Sofort lieferbar

In der Bundesrepublik gehört es zum Berufsethos der Journalisten, eine strikte Trennung und Abgrenzung zu den Geheimdiensten zu wahren. Aber wie steht es wirklich um die Trennung von Geheimdiensten und Medien?

Mehr Infos

24,80 € inkl. MwSt.

Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden für den Aufbau des ersten deutschen Auslandsnachrichtendienstes Journalisten rekrutiert. „Weil Presseleuten immer und überall das Recht zuerkannt wird, zu fragen, geben sie ein unverdächtiges Personal ab für einen geheimen Observationsdienst, zumal sie die Fähigkeit besitzen, verständlich darzustellen und Tatsachen von bloßen Gerüchten zu scheiden.“, so Bismarcks Geheimdienstchef Stieber in seinen Memoiren.
Die Frage steht, was Journalisten in so unvergleichlicher Weise interessant und nützlich für die Nachrichtendienste macht. Warum sind sie wie kein anderer Berufsstand Objekt der Begierde der staatlichen Geheimbehörden – oft gerade dann, wenn diese Dienste ihrerseits Objekt ihrer Recherche und Berichterstattung sind? Was verbindet den Agenten mit dem eifrigen Reporter? Und was trennt sie? Was erlauben sich dabei die Geheimdienste, und was ist einem Angehörigen der „vierten Gewalt“ dabei erlaubt?

Dass die Verbindungen der geheimen Dienste in die Medien bis hinein in die Chefredaktionen vielfältig sind, konnte der Autor bereits in der Erstauflage dieses Buches 1998 zeigen. Die zahlreich aufgetauchten neuen geheimen Dokumente, erlauben es Schmidt-Eenboom nicht nur so manche Story fortzuschreiben, sondern auch ganz neue Fälle aufzunehmen. In vorliegendem Band gelingt es ihm so erstmals, auch analytisch zu Methoden und Zielen der Einflussnahme Stellung zu nehmen. Dass die Organisation Gehlen und der BND im Dreieck von Geheimdienst, Politik und Medien auch verfassungswidrig im Inland spioniert und agitiert haben, zeigt insbesondere das neue Kapitel über Gustav Heinemann.
Gleich zwei Kapitel sind der Einflussnahme der CIA auf hiesige Publizisten gewidmet, deren „Medienarbeit“ schon 1947 noch vor der Gründung der Bundesrepublik begann. Dass bei der Gründung von amnesty international Geheimdienste Pate gestanden haben, wird deutlich herausgearbeitet. Dass eine der Mitbegründerin, Carola Stern, jahrelang für die CIA tätig war, gehört zu den dunklen Seiten ihrer Vergangenheit.

"Die PR-Holding Pullachs reichte ... weit in alle Medienbereiche hinein - teils als Strategie der Behörde, teils als private Aktivität führender Köpfe in Pullach." Probleme, Journalisten als "Wasserträger" zu gewinnen, habe der BND nie gehabt. Viele hätten sich aus eigenem Antrieb an ihn gewandt und sich mit der "Ware Information" vergüten lassen. Andreas Förster, Berliner Zeitung

 

 

Eigene Bewertung verfassen

Geheimdienst, Politik & Medien

Geheimdienst, Politik & Medien

In der Bundesrepublik gehört es zum Berufsethos der Journalisten, eine strikte Trennung und Abgrenzung zu den Geheimdiensten zu wahren. Aber wie steht es wirklich um die Trennung von Geheimdiensten und Medien?