Die Sophienkirche in Berlin

  • Thomas Raschke
  • 0030046
  • 28 Seiten, Broschüre, zahlreiche Abb.
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Leseprobe:

... Jeweils ein Paar gleicher Säulen steht vor der Fassade; es trägt einen Giebel - eine klassische Architekturform, die Ädikulas genannt wird. Die Säulenordnungen "verschleifen" die kubische Grundform des Turms, lassen ihn lebendiger wirken. Dazu trägt das stark gebrochene Gesims bei. Die Ädikulenpfeiler der oberen, verjüngten Glockengeschosses scheinen in der Seitenansicht jeweils über den Ecksäulen der unteren zu stehen. Das Gesims ist hier durch Verkröpfungen noch plastischer geformt. Die architektonisch-gestalterische Aufgabe eines solchen Turmbaus, nämlich die Massenwirkung stufenweise, von Geschoß zu Geschoß, aufzulösen, ist hier in klarer Weise, ohne größeren plastischen Dekor, hervorragend gelungen. Wie ein Triumph über alle Schwerkraft und irdische Befangenheit wirkt die schön geschwungene Haube. Ihre Formen scheinen sich spielerisch leicht zu bilden. Die Spitze bilden ein Obelisk und die vergoldete Himmelskugel (Symbole weltlicher bzw. göttlicher Macht). Die Wetterfahne darüber zeigte ursprünglich den preußischen Adler unter der Sonne - ein Emblem preußischer Stärke Non soli cedit (Er weicht der Sonne nicht!) und das Motto König Friedrich Wilhelms. Die Konstruktion erwies sich als zu schwer und wurde 1824 durch das einfache Sonnenzeichen ersetzt. Der Turm wirkt bis heute als beeindruckende handwerklich-technische Leistung. Zu seiner Bauzeit war dies noch weit stärker der Fall. Der Einsturz des Münzturms zu Anfang des Jahrhunderts stand als Mahnung über allen entsprechenden Vorhaben. ..."

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