Der Potsdamer Platz um 1930

  • Raimund Hertzsch
  • 28 Seiten, Broschüre, zahlreiche Abb.
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LESEPROBE

Lenné führte bis 1828 mit großem Feingefühl die weitere Gestaltung des Leipziger Platzes aus. Sein sensibel auf die Schinkelschen Arbeiten abgestimmter Entwurf zielte auf eine ästhetisch-harmonische Gesamtanlage im Sinne eines bürgerlichen Schmuckplatzes. Die Rasenflächen, begrenzt durch schlichte Eisenzäune, besetzte er sparsam mit einzelnen Baum- und Gebüschgruppen, sorgsam darauf bedacht, die nüchterne Wirkung der barocken Randbebauung nicht zu mindern. Nach dem Vorbild des Leipziger Platzes gestaltete Lenné später zahlreiche andere Berliner Plätze, beispielsweise den Wilhelmplatz in unmittelbarer Nachbarschaft, den Hausvogteiplatz und den Opernplatz.
Inzwischen hatte die Bebauung in den Straßen um den Potsdamer Platz stetig zugenommen. Viele Villen und Sommerhäuser bestimmten das Bild des neu entstehenden Stadtteils, aber auch Wohnhäuser entstanden nun, ... .
Der Berliner Journalist Isidor Kastan erinnert sich 1870, nur wenige Jahrzehnte später, fast nostalgisch an die Potsdamer Straße dieser Zeit: "Wer fernab von dem ?Stadtgewühl‘ in Ruhe leben wollte, der wählte seinen Wohnsitz hier in dieser weit vom Verkehr abgelegenen Straße, deren prächtige alte Bäume ihren besten Schmuck bildeten. Allen Häusern waren breite Vorgärten vorgelagert, ... .
.... Trat ein Reisender durch das reich geschmückte Portal des Potsdamer Bahnhofs, so sah er sich einem undurchdringlichen Verkehrsgewühl gegenüber, das ihn vor ungewohnte Herausforderungen stellte. "Das Getriebe in den Hauptverkehrsstraßen ist förmlich betäubend"; schrieb Hildegard von Spitzemberg um 1900 in ihr Tagebuch, "die elektrischen Wagen und die Trams bilden eine ununterbrochene Linie, Wagen aller Art, Droschken, Drei- und Zweiräder zu Hunderten fahren neben-, vor-, hinter- und oft aufeinander, ....

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Der Potsdamer Platz um 1930

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