Berliner Schloß

  • Irmtraud Thierse
  • 0030074
  • 28 Seiten, Broschüre, Abbildungen
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LESEPROBE

Seit der Gründung der Stadt  besaßen die Markgrafen von Brandenburg ein Grundstück innerhalb der Stadtmauern von Berlin. Einen Teil davon traten sie an das Franzikanerkloster ab, das später das Graue Kloster genannt wird; daneben errichteten sie ihre in einer Urkunde  von 1261 als „Aula Berlin“ bezeichnete Stadtresidenz. Reste dieses Anfang des 14.Jahrhunderts erweiterten „Hohen Hauses“ hatten sich bis 1931 in der Klosterstraße erhalten.

Als die Hohenzollern 1415 zu Markgrafen von Brandenburg ernannt wurden und 1417 auch noch die Kurwürde erhielten, reichte ihnen dieser städtische Adelssitz bald nicht mehr aus. Kurfürst Friedrich II. Eisenzahn  (1415 – 1471) konnte den Streit zwischen den Handwerkern und den Kaufleuten von Berlin und Cölln ausnutzen und sich ein Gelände aneignen, das an der Grenze zwischen beiden Städten lag. Am 31.Juli 1443 konnte er den Grundstein für seine neue Residenz  legen, die unter Verwendung der Cöllner Stadtmauer nur durch die Spree von Berlin getrennt, errichtet wurde und so die Empörung der Bürger der Doppelstadt erregte.

Der Bauplatz des Kurfürsten befand sich dort, wo sich die Doppelstadt Berlin und Cölln auf  einer Brücke über der Spree  (heute Rathausbrücke) ein gemeinsames Rathaus errichtet hatte. Auf dem Ostufer erstreckte sich die Stadt Berlin, auf dem Westufer ließ der Kurfürst mehrere

Bürgerhäuser abreißen u.a. das des Bürgermeisters Bernd Ryke und Otto von Schliebens sowie den Abtshof des Klosters Lehnin. Auch ein Teil der Cöllner Stadtmauer mußte dem

Neubau weichen oder wurde in ihn einbezogen. Ein Turm der Stadtmauer, der spätere „Grüne Hut“, wurde in die Burg eingebaut und war bis zur Sprengung 1950 ein Teil des Schlosses.

 

Der beide Städte beherrschende Standort der langsam emporwachsenden Burg erweckte die Empörung der Bürger und 1448 setzten sie durch die Öffnung der Spreeschleusen  den gesamten Bauplatz unter Wasser. Doch der als „Berliner Unwille“  in die Geschichte eingegangene Widerstand, bestärkte den Kurfürsten in seinem Entschluß, seine Zwingburg gerade an dieser Stelle weiter zu bauen. Das gemeinsame Rathaus auf der nahen Langen Brücke ließ er abbrechen und die Bürger mußten zusehen, wie dort, wo ihre beiden Städte zusammentrafen die burgartig befestigte Residenz des Kurfürsten emporwuchs. Aus freien, selbstbestimmten Bürgern waren Untertanen geworden.

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