Der Hamburger Bahnhof in Berlin

  • Christine Gräfin Brühl
  • 0030014
  • 28 Seiten, Broschüre, illustriert
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Wer der Berliner Invalidenstraße von Ost nach West folgt, dem fällt kurz nach der Sandkrugbrücke, dem ehemaligen Grenzübergang, ein prächtiger Bau auf, der an eine italienische Villa erinnert. Was früher ein richtiger Bahnhof war, lockt heute zahlreiche Besucher in die hochkarätigen Kunstausstellungen.

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Der ehemalige Hamburger Bahnhof, der heute das Museum der Gegenwart birgt, ist von schlichter Schönheit. Zwei Türme, mit Flaggen geschmückt, flankieren den Mittelbau, rechts und links ducken sich in wesentlich bescheideneren Ausmaßen die beiden Seitenflügel. Über den beiden mächtigen Bogenportalen befindet sich auf der Höhe des dritten Stockwerkes eine Reihe schlanker Pfeilerarkaden. 
Schon von außen macht sich bemerkbar, dass hier zeitgenössische Kunst thematisiert wird. Der amerikanische Künstler Dan Flavin hat mit einer Installation aus Neonröhren die Fassade verfremdet. Vor allem nachts verleiht sie dem Gebäude mit ihrem spezifisch künstlichen Licht und der hellgrünen Färbung eine Aura von Großstadt und Leuchtreklame. Betritt man den Bau durch eines der beiden Portale, werden alle Erwartungen erfüllt: Im Hamburger Bahnhof geht es darum, moderne und zeitgenössische Kunst herausragend zu präsentieren.

Mitte der Achtziger des 20. Jahrhunderts bot der Berliner Baumagnat Erich Marx an, der Stadt seine Privatsammlung zur Verfügung zu stellen. Daraufhin entschied der Berliner Senat 1987, in dem ehemaligen Bahnhof das Museum für Gegenwart einzurichten. Die Stiftung preußischer Kulturbesitz erklärte sich bereit, die Trägerschaft zu übernehmen. Den Wettbewerb zum Umbau des Bahnhofs, den der Senat 1989 ausschrieb, gewann der Architekt Joseph Paul Kleihues. Am November 1996 weihten Bundespräsident Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Erich Marx das neue Museum ein. 180 Werke umfassen die Leihgabe von Erich Marx. Sie machen den Grundbestand des Museums aus. Neben der Sammlung Marx werden internationale Bestände der Berliner Nationalgalerie aus der Zeit ab 1965 gezeigt.

Wie der Name schon sagt, diente der Bau nicht immer nur musealen Zwecken, sondern war früher ein richtiger Bahnhof. Interessanterweise war er das jedoch wesentlich kürzer als man heute vermuten würde und barg schon Anfang des Jahrhunderts ein Museum. Es lohnt sich demnach durchaus, der Geschichte des Hauses nachzugehen. Der Hamburger Bahnhof ist der einzige Berliner Bahnhof der ersten Generation, der erhalten geblieben ist. Er war architektonisches Vorbild für alle späteren großen Kopfbahnhöfe der Stadt. Sowohl der Lehrter als auch der Anhalter, der Potsdamer, der Schlesische, der Stettiner und der Görlitzer Bahnhof - keiner von ihnen überlebte die Kriegs- und Nachkriegszeit. Zugleich ist er einer der ältesten Bahnhöfe in ganz Deutschland.

 

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Der Hamburger Bahnhof in Berlin

Der Hamburger Bahnhof in Berlin

Wer der Berliner Invalidenstraße von Ost nach West folgt, dem fällt kurz nach der Sandkrugbrücke, dem ehemaligen Grenzübergang, ein prächtiger Bau auf, der an eine italienische Villa erinnert. Was früher ein richtiger Bahnhof war, lockt heute zahlreiche Besucher in die hochkarätigen Kunstausstellungen.